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Reinzinn gießen - Speckstein - Galvanisieren

Die Herstellung eines eigenen Anhängers bzw. Amulettes kann leichter sein, als vielleicht gedacht. Es bedarf einiger Fertigkeiten und Kenntnisse, die man sich ohne große Umstände aneignen kann.

An dieser Stelle möchte ich allerdings ausdrücklich darauf hinweisen, dass aus dem Inhalt dieser Seite keine Anleitung hervorgeht, sondern lediglich eine Beschreibung meines Verfahrens. Daher übernehme ich keinerlei Haftung für inhaltliche Fehler oder für Unfälle, Verletzungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, die durch Nachahmung eventuell hervorgerufen werden können! Das Arbeiten mit offenem Feuer, flüssigen Metallen und Metallen im Allgemeinen, Schleifstäuben, entzündlichen und nichtentzündlichen Reinigungs- bzw. Verdünnungsmitteln und Chemikalien erfordern größte Vorsicht!

Speckstein, den es im Kunsthandwerkbedarf zu erstehen gibt, dient hierbei als Form. Ihm wird eine plangeschliffene und möglichst glatte Oberfläche verpasst, so dass er einerseits über einen festen Stand auf der Arbeitsfläche verfügt und andererseits bereit für die Bearbeitung ist. Das gewünschte Layout wird spiegelverkehrt (beispielsweise mit Kohlepapier) auf die Fläche des Steins übertragen und kann dort mit einem Handgraviergerät oder einfachen Handwerkzeugen sehr detailliert herausgearbeitet werden. Speckstein ist ausgesprochen weich und ohne große Mühen zu verarbeiten, es können daher sehr filigrane Muster verwendet werden. Jedoch möchte der Speckstein mit Vorsicht behandelt werden, da er je nach Struktur etwas zum Brechen neigt.


Die Formen aus Speckstein
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Beim Fotografieren der Formen ist mir aufgefallen, dass mir bei den letzten Umzügen bedauerlicherweise wohl ein paar Formen abhanden gekommen sein müssen. Vielleicht sind sie mir damals beim Gießen auch zerbrochen, ich weiß es nicht mehr. Das reine Zinn (Sn) hat einen Schmelzpunkt von 232 °C und kann daher in einer Kelle über dem Butangasbrenner erhitzt und sodann flüssig auf die Form gebracht werden. Das Reinzinn ist ebenfalls im Kunsthandwerkbedarf erhältlich. Im Baumarkt gibt es das Zinn auch als fingerdicke (-kleiner Finger-) Lötstange, welches allerdings einen Bleianteil enthält und daher aus gesundheitlichen Gründen nicht auf der Haut getragen werden darf. Das Reinzinn ist dagegen unbedenklich.


Die gegossenen Werkstücke aus Reinzinn
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Sobald der Schmuckanhänger fertig nachbearbeitet, poliert und gesäubert ist, kann er versilbert oder vergoldet werden. Bei diesem Vorgang des Galvanisierens ist auf absolute Sauberkeit und Fettfreiheit des Werkstücks zu achten. Nur so ist ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erwarten. Das Galvanisieren im Hobbybereich ist, im Gegensatz zu industriellen Methoden, bei Einhalten entsprechender Vorsichtsmaßnahmen, ungiftig. Möchte man einen Gegenstand galvanisieren, muss seine Oberfläche stromleitend sein, was bei metallischen Gegenständen der Fall ist. Der Metallüberzug haftet bei einer guten Galvanisierung absolut fest auf dem Grundmetall und unvergleichlich fester als eine Lackschicht. Erforderlich für das Galvanisieren sind:

(1) Eine Gleichstromquelle (Netzgerät)

(2) ein galvanisches Bad (Elektrolyt in einem geeigneten Gefäß)

(3) eine Anode

(4) eine Kathode (unser Werkstück)

(5) Verbindungsdrähte


Galvanisieren im Hobbybereich
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Bei Werkstücken aus Zinn oder ähnlich 'weichen' Metallen ist zu beachten, dass eine so genannte Sperrschicht angelegt wird, die auf dem verhältnismäßig weichen Grundmetall ein 'versinken' der Gold- oder Silberschicht verhindert. Vorgehen: Zunächst verkupfern mit alkalischem Kupfer- Elektrolyt, spülen-reinigen-polieren und dann vernickeln mit Nickel- Elektrolyt. Es entsteht eine feste Nickelgrundschicht. Ist die Oberfläche, wie es bei derart hergestellten Gegenständen der Fall ist, nicht extrem glatt, entsteht eine Auflage die ein 'altsilbernes' bzw. 'altgoldenes' Aussehen erhält:


Galvanisierte Anhänger (Aussehen in Altgold, Altsilber, Altgold, Kupfer)
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Leider, das muss ich fairerweise zum Abschluss erwähnen, sind diese Metallüberzüge auf Dauer nicht sonderlich stabil oder resistent gegenüber äußeren Einflüssen. Gerade Gegenstände, die auf der Kleidung hin und her schubbern und durch begrabbeln der Finger recht aggressiver Fettsäuren ausgesetzt sind, verhindern durch gelegentliches Nachgalvinisieren effektiv das Entstehen von Langeweile. Zum Glück liegt das aber nicht am luschigen Hobbyhandwerk, sondern kommt ebenso bei industriell vergoldeten Drucktastern im Elektronikbereich vor, wie ich beruhigenderweise feststellen durfte. Mein Resümee des ganzen Verfahrens ist dennoch, dass sich wirklich begeisternde Resultate erzielen lassen.



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